Ralf Stremmel

Kammern der gewerblichen Wirtschaft im „Dritten Reich“

Allgemeine Entwicklungen und das Fallbeispiel Westfalen-Lippe

 39.00

Lieferzeit: 3-5 Tage

Seiten: 672
Erscheinungsjahr: 2005
Einband: Broschur
Format: 13,8 cm x 24 cm
ISBN 978-3-87023-197-2

Untersuchungen zur Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte Band 25

Beschreibung

Die Geschichte von Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern im »Dritten Reich« ist bislang stark vernachlässigt worden, erlaubt jedoch einen tiefen Einblick in Funktionsmechanismen des NS-Staates. Indem sich die Kammern dem Primat der Politik unterordneten, konnten sie ihre Existenz sichern und schließlich zu einem unverzichtbaren Element des Herrschaftssystems werden. Ihr regionaler Gestaltungsspielraum blieb vergleichsweise groß, ob es sich um Stilllegungsaktionen handelte, die Preisüberwachung, die Verteilung öffentlicher Aufträge oder die »Arisierungen«. Es gelang den Kammern darüber hinaus, sich zukunftsträchtige Aufgabenfelder anzueignen, beispielsweise in der Berufsausbildung. Auch andere Wandlungsprozesse in den Kammern hatten noch in der Nachkriegszeit strukturprägende Kraft: die Einbeziehung der Kleingewerbetreibenden oder der »große Befähigungsnachweis« im Handwerk. Das in dieser Studie erstmals kollektivbiographisch analysierte Führungspersonal der Kammern war Teil einer ökonomischen Funktionselite, die sich zwischen 1932 und 1948 mehrfach wandelte.

 

Chambers of commercial economy in the »Third Reich«

General developments and the case study Westfalen-Lippe

Although the history of the Chambers of Commerce and Industry and the Chambers of Crafts in the Third Reich allows a deeper insight into the machinery of the NS-regime, it has been highly neglected up to now. By subordinating themselves under the primacy of politics, the Chambers could secure their existence and eventually become an essential element of the ruling system. Their regional latitude stayed relatively large in matters of closing activities, price control, the allocation of public orders or the »Aryanization«. Furthermore, the Chambers accomplished to acquire promising scopes of duties, for instance in vocational training. Other processes in the Chambers also had the power to change the structure: the inclusion of small businesses or the »large certificate of competence« in trade. The management personnel of the Chambers that has been analysed in this survey for the first time was part of economical high-ranking executives who changed several times between 1932 and 1948.