Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe

Die drei Regionalbände erschließen die Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster. Die zeitliche Spanne reicht vom ersten Nachweis – teils aus dem Mittelalter – bis zu den wenigen heutigen, nach dem Holocaust wiederentstandenen Gemeinden. Jeder der drei Bände enthält Überblicksartikel, die die gesamtgeschichtlichen Entwicklungen der einzelnen Territorien des jeweiligen Raumes bis zur Säkularisation (1802/03) bzw. zum Ende des Alten Reiches (1806) aufzeigen und insbesondere deren eigenständige Judenpolitik in den Blick nehmen. Den umfangreichsten Teil eines jeden Regionalbandes bilden die Ortsartikel. In das “Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe” wurden alle Orte aufgenommen, in denen zumindest die Existenz einer Betstube oder eines Friedhofs ermittelt werden konnte. Beschrieben werden die Entwicklungsprozesse der jüdischen Gemeinschaften anhand eines einheitlichen Schemas, so dass einzelne Komplexe sofort erfassbar und auch miteinander vergleichbar sind. Die Ortsartikel gliedern sich folgendermaßen:

– Verwaltungsrechtliche und kultische Zugehörigkeit
– Geschichte der Gemeinschaft
– Verfassung und Organisation der Gemeinschaft
– Tätigkeitsfelder einzelner Gemeindemitglieder
– Bau- und Kunstdenkmäler
– Quellen und Literatur

Die jedem Band beigegebene Karte lokalisiert die behandelten Orte und die um die Mitte des 19. Jahrhunderts von den preußischen Behörden festgelegten bzw. die im Fürstentum Lippe nur wenig später eingerichteten Synagogenbezirke.

Der Band “Grundlagen – Erträge – Perspektiven” enthält Grundlagen des Gesamtprojekts, bilanziert in einzelnen Beiträgen die Erträge der Orts- und Überblicksartikel der Regionalbände und macht zugleich die Perspektiven sowie Erfordernisse für weitere Forschungen deutlich.

Das Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe steht unter der Schirmherrschaft des Zentralrats der Juden in Deutschland und wird von der Historischen Kommission für Westfalen in Kooperation mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte  (IStG) an der Universität Münster herausgegeben. Alle Projektleiter und Herausgeber sind Mitglieder der Historischen Kommission.

Weitere Materialien und Zusatzinhalte: In der digitalen Schriftenreihe der Historischen  Kommission stehen ein Register der Orte und Territorien und ein Register der jüdischen und christlichen Namen zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Das Institut für vergleichende Städtegeschichte hat eine interaktive Karte zu den Jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe erstellt. Diese bietet eine komfortable Übersicht zu Zeiträumen und Organisationsformen jüdischen Lebens in den Orten der Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster.

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