Geschichte

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Artikel des Westfalenspiegel, 2001

Der Ardey-Verlag wurde im April 1951 gegründet, damals noch mit Sitz in Dortmund. Namensgebend war das Ardey-Gebirge, ein Höhenzug zwischen Hagen und Dortmund. Zusammengetan hatten sich: die Sozialforschungsstelle an der Universität Münster mit Sitz in Dortmund, der Landesverkehrsverband Westfalen, der Westfälische Heimatbund, die Westfälische Verwaltungsakademie e.V. Münster sowie als Druckerei der Verlag der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung mit der Westfalendruck GmbH. Der im Gesellschaftsvertrag festgelegte Firmenzweck lautete schlicht: „Gegenstand des Unternehmens sind der Verlag, die Herstellung und der Vertrieb von Druckschriften jeglicher Art“. Der Verlag ist eher ein Zweckbündnis der Gesellschafter. Daher reicht das Programm zu Anfang von hochgradig wissenschaftlichen Publikationen bis zu allgemeinen belletristischen Werken: In der Publikationsliste des Jahres 1952 findet sich Schelskys „Wandlungen der deutschen Familie in der Gegenwart“ neben Bildbänden wie „Mit der Kamera durch Dortmund“. Daneben verlegt man so genannte „Frauenromane“ und unterhält eine Reihe „Der aktuelle Filmroman“, die sich „von gewissen, Anstand und Geschmack verletzenden Druckerzeugnissen abzugrenzen“ wünscht und „auf anständige und kurzweilige Art und Weise unterhalten“ möchte – mit Titeln wie „Die Frauen des Herrn S.“, ein heiterer Roman zum Film mit Sonja Ziemann, Paul Hörbiger, Rudolf Platte, Walter Giller und anderen. Aber auch Literatur für höhere Ansprüche wird bei Ardey verlegt: Josef Wincklers Geschichtensammlung „Der Westfalenspiegel“ etwa, die „von der gesamten Presse mit ungewöhnlichem Beifall aufgenommen“ wird. Mitte der 70er Jahre wird das schwierige Buchgeschäft jedoch vorübergehend aufgegeben und der Verlag konzentriert sich auf das Kerngeschäft: die Zeitschrift „Westfalenspiegel“.

Anfang der 90er Jahre erwacht der Verlag als Buchverlag zu neuem Leben. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wird über die Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft zunächst zum Haupt-, später dann alleiniger Eigner. Der Zweck der Gesellschaft wird im Gesellschaftsvertrag nun endgültig festgeschrieben als „der Verlag, die Herstellung und der Vertrieb von kulturellen Erzeugnissen jeglicher Art, insbesondere zur Förderung der Kultur in Westfalen-Lippe“.

Mit der Reihe „Kulturlandschaft Westfalen“ und dem Werk „Dichter, Stätten, Literatouren“ geht der Verlag damals fast wie eine Neugründung an den Start. Ziel der Reihe ist es, bedeutende Stätten westfälischer Kultur im gesamtwestfälischen Überblick vorzustellen. Und seitdem ist der allgemeine verlegerische Auftrag musterhaft vorgegeben: Nicht als bunter Flickenteppich zufällig aneinander gefügter, artfremder Gebilde oder als Fundgrube für Anekdotensammlungen soll Westfalen dargestellt werden, sondern als historisch gewachsener Raum mit vielfältigen, ganz unterschiedlichen, aber dennoch zusammengehörenden Teilregionen. Dieses Konzept kann in der Verlagslandschaft Westfalens als einzigartig gelten, denn gewöhnlich kommen auch so genannte Regionalverlage selten über die Teilregion, wenn nicht gar das Lokale hinaus.

Neben dem Buchprogramm erscheint im Ardey-Verlag seit der Gründung 1951 das Kulturmagazin „Westfalenspiegel“. Mittlerweile ist der Westfalenspiegel, das alle zwei Monate erscheinende Kulturmagazin für Westfalen-Lippe, aus der westfälischen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. In jeder Ausgabe erwartet die Leser ein spannender Mix aus aktuellen Nachrichten, interessanten Reportagen, Hintergrundberichten, exklusiven Interviews, Porträts und Buchrezensionen. Außerdem Kulturtipps und Termine, die in dieser Zusammenstellung in anderen Medien und in der Tagespresse nicht zu finden sind.